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Berichte - Erfahrungen Angehöriger

 

 

 

Bericht von W.B.:

 

"Seit ich darüber sprechen kann, bin ich nicht mehr so allein"

 

Als unser Sohn in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden musste, brach für uns eine Welt zusammen. Es begannen die quälenden Fragen:
Warum nur, warum? Warum gerade wir? Wie konnte es dazu kommen? Was hatten wir falsch gemacht?

 

 

Isolation und aktive Suche nach Hilfe

 

Wir Eltern zogen uns immer mehr zurück, mieden aus Schmerz und Scham unsere Freunde und Bekannten; wir haderten mit dem Schicksal, fühlten uns in unserer Hilflosigkeit allein gelassen. Schließlich wandte ich mich in meiner Not an das Gesundheitsamt. Dort erfuhr ich von der Selbsthilfegemeinschaft RAT UND TAT e.V. und ihren Gesprächskreisen für Angehörige von psychisch Kranken.

 

 

Endlich über Sorgen reden können

 

Seither besuche ich regelmäßig „meine“ Gruppe. Gleich von der ersten Stunde an fühlte ich mich erleichtert. Hier konnte ich endlich meine Sorgen „abladen“ und auch weinen, erhielt Ratschläge von Menschen, die vom gleichen Schicksal betroffen sind und die zum Teil schon jahrzehntelang Erfahrungen mit psychisch Kranken hatten.
Ich freue mich jedes Mal auf den Mittwoch, über meine Probleme sprechen zu können und seelisch wieder aufgerichtet zu werden. Ich habe gelernt, dass sich nicht alles um die Kranken drehen darf, dass auch wir Eltern ein Recht auf unser eigenes Leben haben.

 

 

Gruppengespräche haben mich gestärkt, alles durchzustehen

 

Ich bin sehr froh, dass ich diesen Rückhalt gefunden habe. Die Gruppe hat mich in Krisenzeiten aufgefangen und gestärkt. Allein hätte ich das alles niemals durchgestanden.
Und ich habe mich sehr verändert. Heute trete ich den Problemen offener gegenüber und kann besser darüber reden. Ich nehme alles gefasster, gelassener hin und sage mir immer wieder: So ist es, wir können es nicht ändern, also müssen wir lernen, damit zu leben.
Und weil man gemeinsam leichter lernt, bin ich froh, dass es in Köln die Hilfsgemeinschaft RAT UND TAT e.V. gibt.

 

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Bericht von Helga S., selbst aktives Mitglied bei Rat und Tat e.V.

 

„Mach dir keine Sorgen über meine Depressionen. Die habe ich im Griff!“

 

Diesen Worten meines Mannes zu vertrauen, hatte ich allen Grund, und ich stand wie immer weiter in Liebe an seiner Seite. Hätten diese Worte mich doch hellhörig machen sollen?
Und plötzlich war alles anders ...

 

 

Plötzlich kam es zum Umschlag in eine manische Phase. Mit einem Mal hatte mein Mann sich in einen Fremden verwandelt, zu dem es keine Brücke mehr zu geben schien. Sein früher eher sanftes Wesen war ins Gegenteil verkehrt, so dass er durch sein aggressives, auch handgreifliches Verhalten eine bedrohliche Atmosphäre erzeugte, die uns in Angst und Schrecken versetzte. Am schlimmsten aber war sein Blick: Wer einmal in solch psychotische Augen – von eigenartigem Glanz und doch hohl zugleich – geschaut hat, wird das nie mehr vergessen können.

 

 

„Die Manie muss weg, weg!“

 

Ich hetzte herum wie ein angeschossenes Tier, das fixiert ist nur auf das eine, auf die klaffende Wunde. So kannte ich nur eine Reaktion: die Manie muss weg! Weg, weg, weg! Und zwar sofort! Ehe andere die schreckliche Veränderung in meiner Familie bemerken würden. Dann wäre alles wieder wie früher!

 

 

Diese Illusionen führten geradewegs in die Katastrophe, die im Tode meines Mannes gipfelte. Zurück blieb ich, am Ende meiner Kräfte. Bei aller Schwäche jedoch fühlte ich das Bedürfnis, die dramatischen Ereignisse, die mich in Atem gehalten und geradezu überrollt hatten, wenigstens noch nachträglich aufzuarbeiten.

 

So kam ich zur Selbsthilfe

 

Die Menschen, auf die ich im Gesprächskreis traf, beeindruckten mich vom ersten Tag an, weil sie mir offen und ehrlich und sehr zugewandt begegneten. Verblüffenderweise wussten sie schon alles, auch wenn ich es noch gar nicht erzählt hatte.

Zum ersten Mal nach dem absoluten Tiefpunkt meines Lebens, fühlte ich mich verstanden und aufgehoben.

 

 

Erfahrener und gelassener, als auch der Sohn erkrankte

 

Langsam begann eine Entwicklung, die mich stark gemacht hat und vor allem viel gelassener. Denn als mein Sohn dann ebenfalls erkrankte, war ich nicht mehr in hilfloser Naivität gefangen, sondern konnte den Kampf aufnehmen, einen Kampf, den ich nicht endgültig gewinnen kann, dessen bin ich mir bewusst.

Aber ich habe erfahren, dass mein Sohn – durch das Zusammenspiel von vielen Beteiligten und auch mit einem Quäntchen Glück – sich nicht mehr von der Krankheit beherrschen lässt, sondern selbst immer wieder versucht, seinerseits die Krankheit zu beherrschen. Der Lohn für diese Anstrengungen ist ein erfülltes Leben, sowohl für ihn, den Erkrankten, als auch für uns, seine Angehörigen.

 

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Bericht über Familie Schultze und deren Kinder Karin und Torsten (alle Namen geändert)

 

 

„Es begann mit Verfolgungswahn“

 

Karin ist 19 Jahre alt, als sie ihrer Mutter erzählt, dass das Essen in der Werkstatt, in der sie arbeitet, vergiftet sei und die Luft auch, deswegen hätte sie den ganzen Tag geschrieen. Sie litt unter massivem Verfolgungswahn und fürchtete, erwürgt zu werden von einer Frau, die nicht anwesend war. Sie spricht mit sich selbst und nimmt die Stimme eines nicht existenten Gegenübers an. Es ist alles immer sehr bedrohlich.

 

 

Ratlosigkeit, die hilflos macht

 

Wenn die Mutter versucht, eine Erklärung zu finden, wird sie von Karin zurückgewiesen. Ärzte können nicht helfen, da Karin freundlich reagiert. Für Torsten ist die Situation schwierig, da er seine Schwester liebt, aber nicht weiß, wie er mit ihr umgehen soll.

 

 

Darüber reden und Verständnis finden

 

Bei der Suche nach Hilfe für Karin wird die Mutter auf Rat und Tat e.V. aufmerksam und geht in einen Gesprächskreis.
Das erste Mal nach vielen Jahren die Frage: „Frau Schultze, wie geht es Ihnen, wie haben Sie das alles geschafft?“.

 

Hilfe suchen und Entlastung spüren - zurück in ein stabileres Leben ohne Schuldgefühle

 

Rat und Tat e.V. gibt professionelle Hinweise, aber vor allem Hilfe für den Alltag. Den Prozess der Ablösung - ohne zu verlassen - hat Rat und Tat e.V. in vielen kleinen Schritten begleitet. Karin ist schizophren und kann nicht alleine leben. Sie wechselt in ein Wohnheim für psychisch Kranke. Der Kontakt zur Familie bleibt stabil. Auch die Familie kann wieder besser leben, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

 

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